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Förderkonzept

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Förderkonzept des Marion-Dönhoff-Gymnasiums Mölln

Warum ein Förderkonzept an Gymnasien?
Neben der neuen Versetzungsordnung, die vorsieht, dass ab Klasse 7 bis einschließlich 9 eine Wiederholung i.d.R. nicht mehr erfolgt, ist deutlich darauf hinzuweisen, dass auch an dieser Schulart nicht von einer homogenen Schüler/innengruppe auszugehen ist. Heterogenität im Sinne von Vielfalt ist an sich positiv zu werten. Die Heterogenität finden wir sowohl in unterschiedlichem Leistungsvermögen als auch in unterschiedlichen Interessen und Persönlichkeiten. Daher muss dieser auch Rechnung getragen werden. Will man der Vielfalt gerecht werden, bedeutet dies, dass der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin stärker in den Mittelpunkt aller pädagogischen Maßnahmen und des Unterrichts rücken muss (individualisierter Unterricht).
Sinnvolle und effektive Förderung kann jedoch nur gelingen, wenn alle an Schule beteiligten Personen sich um diese bemühen.

Was sind die Ursachen für Förderbedürftigkeit?
Folgende Beobachtungen haben wir durch Auswertung der Zeugnisse ermittelt:
In den unteren Klassen sind die Ursachen der Förderbedürftigkeit einzelner Schüler/innen häufig nicht fachlicher, sondern methodischer Natur. Sie haben Schwierigkeiten sich und ihren Lernprozess zu organisieren.
Unterforderung von überdurchschnittlich begabten Schülern/innen zeigt sich häufig auf der Verhaltensebene.
In den Klassen 7,8,9 sind überproportional viele Jungen unter den Schülern, die die Klasse wiederholen müssen. Die mangelhaften Leistungen treten überwiegend in der zweiten Fremdsprache und Mathematik auf.
In Schülerbefragungen wurden folgende Ursachen dafür genannt:
- Fehlende Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes
- Keine regelmäßig angefertigten Hausaufgaben
- Motivationsprobleme
- Persönliche Probleme
- Überforderung

Welches Ziel verfolgt eine sinnvolle Förderung?
Sinnvoll und effektiv fördern bedeutet, die Stärken und Schwächen des Einzelnen zu erkennen und an diesen anzusetzen. Nach Möglichkeit soll jede/r Bedingungen erhalten, die sie/ ihn befähigen, die ihr/ihm mögliche Leistung zu erbringen. Das kann für die/den eine(n) die ausreichende, für die/den andere(n) die überdurchschnittliche Leistung sein, im Einzelfall aber auch die Erkenntnis bedeuten, dass das Kind an einer anderen Schulart besser gefördert werden kann.

Wer ist an Förderung beteiligt?
1. Im Mittelpunkt der Förderung stehen die Schüler/die Schülerinnen in ihrer Individualität und den sich daraus ergebenden Notwendigkeiten für eine Förderung. Von ihnen werden der Wille und das sich daraus ergebende Bemühen erwartet, Lernen als Akt des eigenständigen Handelns zu begreifen, was zur Folge hat, dass niemand anderer als sie selbst es vollbringen kann. Von ihnen wird also die Bereitschaft zum selbstverantwortlichen, eigenständigen Arbeiten und Lernen erwartet.
2. Lehrer/innen fördern Schüler durch veränderten Unterricht, der den Einzelnen stärker in das Blickfeld rückt, durch gezieltes Methodentraining, individuelle Lernpläne und Beratungsgespräche (Weiteres siehe Abbildung). Voraussetzung für eine sinnvolle Förderung ist eine aussagekräftige Diagnostik auf Schulebene (Notenstatistik) und auf fachlicher Ebene (Defizit- und Kapazitätsermittlung). Darüber hinaus ist als Voraussetzung für alle Gruppen die Gesprächsbereitschaft hervorzuheben.
3. Eltern unterstützen ihre Kinder bei den Fördermaßnahmen durch Lernpläne und im Bereich des Methodenlernens. Themenzentrierte Elternabende, Elternsprechtage und Elternabende dienen als Foren der Austausches in diesem Bereich.
4. Darüber hinaus gewährleisten externe Spezialisten qualifizierte Förderung: durch fachspezifischen Unterricht, z.B. in Musik, Mathematik oder weiteren Sprachen, durch externe Beratungsangebote (Schulpsychologe, Fachkräfte der Astrid-Lindgren-Schule), durch Wettbewerbe und durch weitere Einzelprojekte (Jungen- und Mädchenförderung, Entspannungs- und Konzentrationskurse) etc.
5. Die Schulgemeinschaft insgesamt bemüht sich um die Schaffung einer lernfördernden Umgebung und Atmosphäre. Schüler/innen der Klassen 10 bis 12 engagieren sich als Tutoren im Projekt „Schüler helfen Schülern“.

Wie ist der derzeitige Stand der Förderung am Marion-Dönhoff-Gymnasium?
Klasse 5 und 6
- Frühförderung in den Klassen 5 und 6 mit dem Ziel: „Fit im Lernen“, d.h. hier wird im Unterricht und durch Methodentage das Fundament für zielorientiertes, selbstständiges Arbeiten gelegt
- Äußere Differenzierung im Fach Mathematik in Klasse 6 in einer Unterrichtsstunde (als Versuch);
- Förderunterricht für Legastheniker
- Methodenintensivkurse über 4-6 Std. für Einzelfälle in Klasse 6 (z.Zt. durch die Kolleginnen der Förderschule – in Zukunft durch Tutoren)
- Projekt „Schüler helfen Schülern“ (Schüler der oberen Mittelstufe bzw. Oberstufe unterrichten als Tutoren in Kleingruppen Schüler der Klassen 5-8)
- Entspannungs- und Konzentrationstechniken

Klasse 7 und 8
- Methodenschwerpunkt mit dem Ziel: „Fit im Team“
- Projekt „Schüler helfen Schülern“ (Schüler der oberen Mittelstufe bzw. Oberstufe unterrichten als Tutoren in Kleingruppen Schüler der Klassen 5-8)
- Jungen- und Mädchentage (Finanzierung ?)
- Delf
- für hochbegabte Kinder: Drehtürmodell zum Sprachenlernen; Juniorakademie NaWi am GKSS in Geestacht und in den
Sommerferien in St. Peter Ording: START – Stipendium durch die Zeit-Stiftung für begabte Schüler mit Migrationshintergrund; - Enrichement – Kurse

Klasse 9 und 10
-
Methodenschwerpunkt mit dem Ziel „Fit in Kommunikation“
- Lernen durch Lehren
- Delf
- Zertifizierung der Tutoren für das Projekt „Schüler helfen Schülern“(Klasse 10, in Einzelfällen Klasse 9)
- für hochbegabte Kinder: s.o.

Für alle Klassen:
- Überspringen von Klassen
- Wettbewerbe
- Enrichmentkurse
- Lernpläne
- Praktika
- Lateinsprechstunde
- Arbeitsgemeinschaften
- Nachhilfebörse
- Für die Oberstufe: Schülerakademie Oberstufe

Welche Entwicklungsschwerpunkte setzen wir uns?
-
Verankerung des bereits erarbeiteten Methodencurriculums im Schulprogramm und konsequente Umsetzung im alltäglichen Fachunterricht
- Anschieben der langfristigen Änderung der Unterrichtskultur durch Fortbildungsangebote (Binnendifferenzierung / Kompetenzorientierung / veränderte Aufgabenkultur / Diagnostik / kooperatives Lernen), Förderung von Teamarbeit, um „learning on the job“ und kollegiale Unterrichtsbeobachtung zu ermöglichen
- Weitere Auseinandersetzung mit dem überdurchschnittlich häufigen Versagen der Jungen mit dem Ziel, hier Abhilfe zu schaffen
- Evaluation des „Drehtürmodells“ zum gleichzeitigen Erlernen von zwei Fremdsprachen ab Klasse 6/7 für Hochbegabte
- Suchen nach weiteren Möglichkeiten für Förderung von Hochbegabten
- Zeit für Gespräche schaffen
- Erproben von externer Differenzierung in Mathematik und Französisch
- Einrichtung einer externen Beratungsmöglichkeit (z.B. durch Schulpsychologen) an unserer Schule (evtl. in weiterer Zusammenarbeit mit der ALS)
- Schaffung von Rahmenbedingungen für individualisierte Arbeitsplätze (Lernateliers)

Wie wollen wir das Ergebnis unserer Bemühungen evaluieren?
Nach Verabschiedung des Förderkonzeptes incl. Methodencurriculum soll dieses zwei Schuljahre erprobt werden. In den Lernplankonferenzen und durch eine Schülerumfrage soll dann ermittelt werden, wie die Erfolge dieser Bemühungen bewertet werden. Unabhängig davon soll die Notenstatistik bei den Versetzungskonferenzen fortgeführt werden. Hier müsste eine Abnahme der mit „mangelhaft“ bewerteten Fächer zu verzeichnen sein.